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Die glorreichen Acht feiern Turniersieg in Buckow
Es gibt viele gute Gründe, den Ort Buckow in Brandenburg zu besuchen.
Da ist die sehenswerte Landschaft. Die 1600-Einwohner-Stadt im
Märkisch-Oderland liegt im Zentrum des Naturparks Märkische Schweiz,
einer durch die letzte Eiszeit geformten, wald- und seenreichen Gegend.
Da sind die Spuren großer Literaten. Theodor Fontane beschrieb Buckow
in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Bertolt Brecht
wählte die Ortschaft 1952 zu seinem Sommersitz, ein Jahr später schrieb
er am Ufer des Schermützelsees die „Buckower Elegien“.
Und
schließlich ist da der Handball. Die HSV Müncheberg-Buckow richtet in
jedem Sommer ein kleines, aber feines Freiluftturnier auf Rasen aus.
Das war für die HSG Kreuzberg der Grund, an diesem Wochenende die rund
einstündige Fahrt aus der Hauptstadt Richtung Osten anzutreten. Und die
Berliner Handballer schrieben dabei ihre ganz eigene Buckower
Geschichte. Der Titel: „Die glorreichen Acht“.
Denn mit nur
acht Spielern trat die Spielgemeinschaft bei dem Wettkampf an – und
nahm dennoch nach fünf Spielen an zwei Tagen und fünf Siegen den Pokal
des Turniersiegers mit nach Berlin. Souverän in der Vorrunde,
kämpferisch überzeugend im Halbfinale und nervenstark im Endspiel, so
präsentierte sich die Mannschaft um Spielertrainer Olaf Grahl in Buckow.
Nichts konnte die HSG auf dem langen Weg durch das Turnier irritieren,
weder die Gegner auf dem Spielfeld, noch die Mücken auf dem Zeltplatz
oder die günstigen Bierpreise am Zapfhahn. „Die HSG Kreuzberg war
sicher nicht die jüngste Mannschaft bei diesem Turnier“, lobte die
Spielleitung bei der Siegerehrung, „aber dafür die beste!“
Das
war eine nette Anspielung auf die Kaderstruktur, die dadurch geprägt
war, dass Jan Hill mit seinen 34 Jahren den Titel des „Nesthäkchens“
führen durfte. Seine noch überschaubare Erfahrung war ihm auf dem Platz
zwar nicht anzumerken. Beim Abbau seines Zeltes allerdings ließ sich
ein gewisser Trainingsrückstand nicht von der Hand weisen: 45 Minuten
sind für ein Ein-Personen-Wurfzelt durchaus verbesserungsfähig.
Neben Pokal, Urkunde und Preisgeld für den Erfolg im Männerwettbewerb
nahmen die Kreuzberger noch einen weiteren Pott mit nach Hause: Als
Aufwärmprogramm hatte ein Teil der Mannschaft, unterstützt von einigen
Gastspielern, bereits am Anreisetag Freitag die Alte-Herren-Konkurrenz
gewonnen.
Zwei Turniersiege, ein sympathischer Gastgeberverein,
reibungslose Organisation und ungezählte neue Bekanntschaften zu
anderen Handballern, die von Wössingen (Baden-Württemberg) bis
Stadtlohn (Nordrhein-Westfalen) aus allen Ecken der Republik angereist
waren, bildeten die Bilanz des Wochenendes. Und weil die Trophäe ein
Wanderpokal ist, also die Pflicht zur Titelverteidigung auferlegt, ist
die Buckower Geschichte der HSG Kreuzberg noch nicht zu Ende
geschrieben: Fortsetzung folgt, im Sommer 2011.
Für Kreuzberg
spielten: Wolfgang Adam; Jörg Becker, Gustav Schnieders, Thorsten
Jungholt, Olaf Grahl, Jan Hill, Jörn Pehle, Björn Tolksdorf.
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